Versicherungen, welche sind nötig? Wie kündigt man eine Versicherung – Kündigung: Vorlage

Ein vorliegendes Kündigungsschreiben an die VersicherungBillig Butter kaufen. Spart man so Geld? Der Mensch ist so programmiert, dass er mit dem Cent spart und mit der Zeit die Euroscheine eimerweise auf die Straße schüttet. Wenn es die Butter 3 Cent billiger gibt, dann kaufst du 10 Stück und freust dich riesig, dass du in diesem Monat 30 Cent gespart hast, denn du lebst nun mal von Harz4. Aber jeden Monat bucht irgendeine Rechtsschutzversicherung 12 Euro von deinem Konto ab. Fraglich ist, ob du die Rechtsschutzversicherung nötig hast, denn Geringverdiener können einen Rechtsanwalt kostenlos bekommen. Da muss man nur Verfahrenkostenhilfe beantragen.

Mal angenommen, die Rechtschutzpolice ist wirklich nicht nötig, dann entspräche dies 333,33 Stück billiger Butterstücken, die du nicht kaufen müsstest. Oder: würdest du jeden Monat zwei Fünfeuroscheine aus dem Portemonnaie nehmen und daraus kleine Papierflieger falten, das Fenster aufmachen und dann zuschauen, wie sie in der Luft davonschweben?

Der Grund, dass viele Deutsche unnötige Versicherungen bezahlen ist der: sie haben schlicht Angst die Versicherung zu kündigen, denn da kommt vorher ein unbequemer Anruf oder es kommt ein beleidigter Versicherungsvertreter, der dir [rhetorisch geschult] Fragen stellt, etwa so: Herr ………… was haben wir falsch gemacht, dass Sie einen geänderten Schadensfallschutz wünschen?! Naja…. Weil es unbequem ist entsprechend zu antworten, sitzen die Leute lieber am Fenster und lassen gefaltete Euroscheine in die Lüfte steigen und erzählen der Frau, dass sie heute 10 Stück billige Butter gekauft haben. Das bringt Anerkennung. Das Erstere nicht.

Wenn ich hier zu Versicherungen Tipps aufschreibe, dann eher zum Thema, wie du eine Versicherung kündigst. Einen Versicherungsvertrag zu bekommen ist wohl weniger das Problem. Wenn du Harz4-Empfänger bist, dann überlege mal, ob du außer einer Haftpflicht und Hausratversicherung zusätzlichen Versicherungsschutz benötigst [Auto-Haftpflicht und Feuerversicherung beim Haus sehe ich mal als Pflichtversicherungen an] Wenn du Geringverdiener bist, dann rechne durch, ob du in irgendwelchen Notfällen nicht auch mit dem Harz4-Satz auskommst. Sonst wäre „der Notfall“ ja eher deine jetzige Situation in der du jeden Cent brauchst und nicht in der Zukunft.

Tipp: Kündigung eines unnötigen Versicherungsvertrages – so mache ich es:

  1. Ich prüfe, ob die Versicherung wirklich nicht wichtig ist.
  2. Ich mache ein Anschreiben. Das kann ruhig handschriftlich sein. Oben mit meiner Anschrift und Ort und Datum. Dann folgt die Anschrift der Versicherung, dann ein kurzer Betreff mit Standartanschreiben. Dann die Unterschrift nicht vergessen, wenn es nötig ist auch die vom Lebenspartner. Kopie anfertigen. Original wegschicken. Fertig! [Wenn du keinen Kopierer dabei hast, dann braucht du auch nicht unbedingt eine Kopie – wozu auch? – die liegt später nur herum]

meine Anschrift Ort, den …. Datum …

Anschrift der Versicherung

Betrifft: Kündigung des Versicherungsvertrag Nr. LV-1239876

Hiermit kündige ich den oben stehenden Versicherungsvertrag zum nächst möglichen Termin.

Unterschrift(ten)

[In der Regel bekommst du recht schnell einen Eingangsbescheid von der Versicherung, den solltest du auch erst mal aufheben.]

Das Problem bei einer Kündigung ist weniger die Versicherungsgesellschaft, sondern mehr der Versicherungsvermittler, also: Versicherungsvertreter, Versicherungsmakler, Vermögensbrater oder Wirtschaftsberater. Sie versuchen aus verständlichen Gründen deine Kündigung abzuwenden. Das sind ganz normale geschäftliche Gepflogenheiten. Du solltest dich auch in keiner Weise rechtfertigen. Der Versicherungsvertreter kann mir einer klaren ablehnenden Antwort leben. Ich versuche das auch immer mit ein wenig Humor zu formulieren und wenn dann am Ende mein Gegenüber verschmitzt lächeln muss, dann ist die Welt für beide in Ordnung. 😉

So verhältst du dich, wenn du von einem Vertreter kontaktiert wirst: [Am Telefon oder wenn ich den Namen des Vertreter nicht genau kenne, dann frage ich noch mal höflich nach dem Namen. Das ist psychologisch wichtig für die Antwort, denn solche Fragen gelten als ausgesprochen zivilisiert]

Der Vertreter kontaktiert dich: „bla, bla, bala [und am Ende stellt er dir irgendeine Fangfrage] … blabla???“ Du: Ja Herr/Frau ………. ich habe meinen Vertrag gekündigt. So, wie ich es geschrieben habe, so meine ich es auch. Können sie damit leben?

Mögliche 1. Antwort des Vertreters: „Ja! bla, bla, bla …..“ Du: „Ja Herr/Frau ………. wir machen das so, wie ich es geschrieben habe … … einen schönen Tag noch Herr/Frau …….“ [beim Telefon sofort auflegen]

Mögliche 2. Antwort des Vertreters: „Nein! bla, bla, blubla …“ Du: „Ja Herr/Frau ………. wir machen das so, wie ich es geschrieben habe …… einen schönen Tag noch Herr/Frau …….“ [beim Telefon sofort auflegen]

Du merkst: in beiden Fällen ist die Antwort der Gegenseite vollkommen Wurst 😉

Beim Telefonieren ist es hilfreich, wenn du dir die oben stehenden Antworten genau aufschreibst und dann vom Zettel abliest. Was der Vertreter sagt ist bei diesem Prinzip völlige Nebensache. Wenn du dich in solchen Dingen etwas üben willst, dann kannst du das sofort tun, denn es kommen über die Woche genügend Anrufe wegen Umfragen, Gewinnspielen und so … stimmts? Lege dir dazu einen Zettel mit folgenden Antworten hin:

Das Telefon klingelt, der Anrufer aus dem Call-Center: „bla bla bla … es folgt immer eine Frage …“ Du: „Wie war gleich ihr Name?“ Der Anrufer aus dem Call-Center: „bla bla bla“ Du: „Ja Herr/Frau ………. für solche Dinge bin ich nicht zu haben. Können sie damit leben?

Mögliche 1. Antwort vom Call-Center: „Ja! bla, bla, bla …..“ Du: „Ja Herr/Frau ………. wir machen das so, wie ich es gesagt habe … einen schönen Tag noch.“ Telefon auflegen!

Mögliche 2. Antwort vom Call-Center: „Nein! bla, bla, bla …..“ Du: „Ja Herr/Frau ………. wir machen das so, wie ich es gesagt habe … einen schönen Tag noch.“ Telefon auflegen!

Mach das mal so, oder so ähnlich und versuche bei den Antworten mit der zeit immer lockerer zu werden 😉

Bei mir hatten und haben private Versicherungen folgende Prioritäten:

  1. Private Haftpflichtversicherung -> solltest du unbedingt haben
  2. Hausratversicherung -> sollte jeder mit eigenem Haushalt haben. Auszubildende sind meist noch über die Policen der Eltern versichert, auch in der WG. Frage aber zur Sicherheit noch mal nach.
  3. Krankentagegeld -> für den/die Hauptverdiener der Familie , Krankentagegeld ab dem Tag, wo Arbeitgeber nicht mehr 100% zahlt. Diese Policen sind meist nicht teuer, wenn nur das Tagegeld gewählt wird … teurere Zusatzversicherungen gibt es immer, etwa Tagegeld für das Krankenhaus usw….
  4. Berufsunfähigkeitsversicherung -> ich habe sowas nie gemacht – diese Policen sind sauteuer und mir ist kein Fall in der Bekanntschaft bekannt, der da schon mal Rente bekommen hat … aber die Verbraucher-Berater sind aber ganz heiß drauf.
  5. private Unfallversicherung -> für den/die Hauptverdiener und für die Kinder – preiswert sind die Grundversicherungen auf Invalidität. Teuer alle Zusätze, wie Bergungskosten, Krankenhaustagegeld, Todesfallsumme … die kannst du aber ausschließen. Meist nur auf ausdrücklichen Wunsch, aber es geht. Der öffentliche Dienst hat bei manchen Gesellschaften Sonderrabatte.
  6. Ausbildungsversicherung -> auch Sparpläne für die Ausbildung der Kinder. Auch wenn du kaum Geld hast, so versuche wenigstens 3 bis 4000 Euro bis zum Beginn der Berufsausbildung/Studium deines Kindes zu sparen!
  7. Risiko-Lebensversicherung -> Todesfallschutz für die Eltern. Der Tod gehört zum Leben. Wer keine Hauskredit-Verpflichtungen hat, der kann [wenn er das monatlich das Geld hat] eine Versicherungssumme Summe um 10.000 bis 20.000 Euro [Geringverdiner] absichern. Aber nur Risikoversicherungen abschließen. Keine kapitalbildenden Lebensversicherungen. Derartige Risiko-Policen sind bei Direktversicherern sehr preiswert. [etwa: Cosmos Direkt, Hannoversche Leben und Europa]