Tipps zu Berufsausbildung und Studium
■ Ich kann hier nicht detailliert die Möglichkeiten von Lehre oder Studium aufzeigen und wie unser berufliches Bildungssystem aufgebaut ist. Für schnelle und übersichtliche Anfangs-Informationen ist dazu immer noch wikipedia gut. Für deine richtige Entscheidung im Berufsleben ist aber auch eine Lebenstüchtigkeit und eine praktikable Lebenshaltung nötig, die ich dir vermitteln kann.
■ Eine Schwäche der Jugend ist die Unentschlossenheit sich für ein bestimmtes Studium oder für einen bestimmten Beruf zu entscheiden. Es ist aber weniger die Unentschlossenheit, sondern ein Fehlen an Vorstellungskraft. Dir fehlt etwa die Phantasie dir vorzustellen, dich in einem bestimmten Beruf zu sehen. Und dir fehlt die Vorstellungskraft, dass du dich aus einen bestimmten Beruf heraus weiterentwickeln wirst. Wichtig ist, dass du die Aufgaben, die heute erledigt werden müssen, gewissenhaft tust, dann wirst du morgen mehr Aufgaben bekommen, welche deinem Wesen besser entsprechen. Das ist meine Lebensphilosophie und ich will damit sagen: zu einem gewissen Grade ist es egal, welchen Beruf du erlernst oder was du studierst [ein wenig muss es dir schon Spaß machen] - mit der richtigen Einstellung zum Leben wirst du letztlich deinen richtigen Platz im Leben finden.
■ Natürlich ist es mit der richtigen Einstellung allein nicht getan. Wer studieren möchte und nicht gerade sehr gut verdienende Eltern hat, der hat es heute in Deutschland schwer. Für manche ist es aus Geldgründen gar unmöglich zu studieren. Das ist die bittere Wahrheit. So bleibt für viele Jugendliche nur die Lehrausbildung. Doch es gibt auch noch eine dritte Ausbildungsart - das BA-Studium - das kannst du auch in Erwägung ziehen. Nutze hier rechtzeitig "Tage der offenen Tür"!
■ Geld und Studieren. Der Student braucht Geld für den Lebensunterhalt, er hat Fahrtkosten zu bestreiten, er braucht eine eventuell eine WG und braucht oft Geld für eine Mietkaution, für Studiengebühren und für allgemeine Verwaltungsgebühren des Studiums. Studenten oder brauchen Geld für Arbeitsmittel, eventuell Geld für Exkursionen oder besondere Studienkurse. Wer rein auf das Bafög angewiesen ist, der kann schon zu Beginn des Studiums finanziellen Schiffbruch erleiden, wenn die Antragsbearbeitung für das Bafög mal drei oder vier Monate dauert. Das solltest du unbedingt mit einrechnen. Um solche Engpässe zu vermeiden solltest du dich immer parallel über einen Bildungskredit bei einer Bank informieren, der dann in der Not schnell abgerufen werden kann. [aber immer mehrer Institute fragen und nie vorher irgendwelche Versicherungen abschließen!]
■ Geld und Lehrausbildung. Die traditionelle betriebliche Ausbildung als Lehrling für einen Beruf ist finanziell eine sichere Möglichkeit, hier gibt es ein LehrlingsEntgelt.
Es gibt auch schulische Lehrausbildungen, die privat bezahlt werden müssen. Bedürftige können hierzu ein 100%iges Schülerbafög beantragen, das später nicht zurückgezahlt werden muss! Die Bedingungen dazu sind aber genau zu prüfen. Das macht ein wenig Arbeit, lohnt aber. Wer einen Beruf erlernt hat, der hat relativ schnell einen eigenen Verdienst [wenn er Arbeit bekommt] und ihm stehen nach der Lehre weitere Bildungsmöglichkeiten offen oder auch die Möglichkeit einer zweiten Berufsausbildung.
■ Geld und Betriebsakademie. Viel zu wenig genutzt ist die dritte Möglichkeit eines beruflichen Werdeganges - der Besuch einer Betriebsakademie. Das ist die Kombination einer betrieblichen Lehre mit einem Studium. Das Studium an einer Berufsakademie ist ein Studium mit starkem Praxisbezug. Ähnlich, wie bei einer Lehrerausbildung muss man sich bei einem Unternehmen [ und Parallel an einer BA] bewerben und dann abwechslungsweise an dem Betriebs-Ausbildungsplatz, sowie in der Berufsakademie die Studienzeit absolvieren. [Meist Wechsel aller drei Monate]. Die Finanzierung des Studiums wird idealer Weise von der Firma übernommen, kann aber auch über Stipendien, Eigenfinanzierung oder BAföG erfolgen. Während eines BA-Studiums ist es kaum möglich nebenher Geld zu verdienen, weil das Studium außerordentlich straff organisiert ist. Der Vorteil liegt in der Kürze der Studienausbildung. Man schließt einen Ausbildungsvertrag über drei Jahre mit einem Unternehmen ab, das im günstigen Fall die Ausbildung zahlt. Zudem hat der Studierende meist schon vorher zum Ausbildungsvertrag die Chance der anschließenden Übernahme im Ausbildungsbetrieb.