Religion, Kirchen und Toleranz

Die Religion deiner Väter?  Kennst du noch die Religion deiner Väter und die Kraft, die deine Vorfahren aus ihrem Glauben geschöpft haben? Über tausende von Jahren haben deine Vorfahren misslichste Zeiten überstanden. Achte die Religion deiner Voreltern, egal ob du Christ, Muslim, Jude oder Hindu bist. Achte den guten Kern deiner Religion und suche diese überkommenen Schatz deiner Vorfahren zu heben und zu nutzen.

Das Innere einer russisch orthodoxen KircheIn unserem Land gibt es die Freiheit, seinen Glauben zu leben, wobei der Begriff Freiheit im humanistischen Sinne gilt. Alphonse de Lamartine [1790-1869] sagt hierzu: Freiheit kann nur der fordern, wer sich zur Toleranz bekennt. Diese Art der Toleranz verbietet nicht die Auseinandersetzung – nur muss sie friedlich sein. Auch verbietet die humanistische Toleranz nicht den missionarischen Glauben, so wie es heute schnell einmal Medien oder irgendwelche liberalen Gruppierungen meinen. Bei uns dürfen Christen Muslime missionieren und ebenso Muslime Christen und wenn es Bestandteil ihrer Religiosität ist, dann ist das auch gut so. Auch dürfen bei uns Muslime Moscheen bauen, selbst wenn dies den Christen in muslimischen Ländern verwehrt ist. Nur darf bei uns die Religion nicht die Freiheitsrechte der einzelnen Bürger [etwa der Frauen] einschränken und sie muss sich an staatliche und örtliche Gesetze halten. Und das ist auch wieder gut so. Und so soll es bleiben. Und dafür sollten wir mit Mut und Entschiedenheit eintreten.

Das Christentum

Ich für meinen Teil weise auf den besonderen Wert der christlichen Religion und Kirchen hin, welche heute ganz sicher um vieles besser sind, als ihr Ruf [der in den Medien]. Auch hört man immer wieder, dass das Abendland und seine Religiosität nicht die geistige Tiefe besitzt, wie etwa der Buddhismus. Wer so etwas behauptet, der hat sicher nur eine Bildungslücke. Aber … soll er sie haben.

Wenn auch so mancher Regent der Vorzeit und Gegenwart das Christentum für seine Machtansprüche missbraucht hat, so sollten wir nicht vergessen, dass das Christentum in seiner ursprünglichen Lehre eine friedensstiftende und karitative Religion ist. Jesus sah in jedem Menschen eine freie Persönlichkeit mit individuellen Rechten, sonst hätte er sich auch nicht in solch besonderer Weise den einfachen Menschen seiner Zeit zugewendet. Dieser urchristliche Gedanke ist richtiger ein Urgedanke ältester Religiosität [Bibel: Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbild. Der Mensch hat also Göttliches in sich und hat daher unveräußerliche humanistische Menschenrechte].

Am klarsten wurde dieser Grundgedanke in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung niedergeschrieben: Dort steht, „…dass alle Menschen gleich geschaffen sind, dass sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten ausgestattet sind; dass dazu Leben, Freiheit und das Streben nach Glück gehören…“