Mai – Gartenkalender für den Kleingarten

Die wichtigsten Arbeiten im Garten

Anfang Mai kannst du noch immer noch Zucchini, Kürbis oder Sonnenblumen in Töpfen vorkultivieren – für Tomaten ist es zu spät, aber da gibt es jetzt Tomatenpflanzen meist günstig zu kaufen. Es kann immer noch alles Mögliche gesät werden: Radieschen, Pflücksalat, Gartenkräuter usw. – Es ist sinnvoll Pflücksalat [auch Schnittsalat] von [Ende März] Anfang April an in Abständen von einer Woche, bis 14 Tagen nachzusäen, denn besonders Radieschen sind nicht lange zu ernten – sie werden schnell holzig. Übrigens: Radieschen brauch viel Wasser, solang sie wachsen – dann sollen sie auch nicht so scharf werden.

Frostempfindliche Pflanzen [Pflanze nie vor der kalten Sophie] erst nach den Eisheiligen ins Freiland pflanzen. Tomaten nie zu zeitig ins Freie pflanzen, denn auch bei Temperaturen von +4°C leiden sie und brauchen dann viele Tage, bis sie sich von solch einem Kälteschock erholt haben.

Etwa ab 15. Mai pflanzen

Spalier für Stangenbohnen im Kleingarten aus HaselrutenTomaten, Kürbis und Zucchini [mit etwas Schneckenkorn vor Schnecken schützen!], Freilandgurken. Bohnen werden ebenfalls erst ab Mitte Mai gesteckt! Kürbispflanzen haben auf dem Komposthaufen Platz und halten ihn über den Sommer von Unkrautbewuchs frei. Hier hast du schöne Beispiele für interessante Stangenbohnen-Spaliere; denn der Nutzgarten sollte nicht nur praktisch sein, sondern auch schön. Die Beschaffung der Stangen ist nicht immer einfach. Traditionell nimmt man dazu Haselruten. Die kannst du dir im Garten auch selber ziehen. Dazu pflanzt du dir einen oder zwei Haselnusssträucher. Wenn du dafür keine Eile hast, dann säst du heut noch ein paar Hasennüsse aus. Die Sträucher wachsen in wenigen Jahren zu stattlichen, riesigen Büschen heran, aber so weit lassen wir es nicht kommen. Um regelmäßig Haselruten ernten zu können muss das Gehölz später jedes Jahr, oder aller 2 Jahre radikal zurückgeschnitten werden. An Stelle der Haselnuss-Sträucher kannst du auch die Korbweide verwenden. So hast du immer Material für Spaliere oder Tomatenstangen. Auch Gartenbambus ist ein praktischer Lieferant für Stäbe.

Mangold und Bohnen im Kleingarten, gemischtes BohnenbeetBohnen sind Leguminosen und diese reichern durch Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff im Boden an. Die Bohnen verbessern dadurch die Bodenfruchtbarkeit und sollten schon aus diesem Grunde im Garten angebaut werden. Überhaupt wirst du im Garten dauerhaft nur ordentliche Erträge erwirtschaften, wenn du regelmäßig etwas für die Bodenfruchtbarkeit tust. Die beste Düngung wäre Stallmist, aber wer bekommt den schon ohne größeren Aufwand geliefert. Kompost ist ein guter Ersatz für organische Düngung, aber bei mir jedenfalls ist er schnell verbraucht und so sollten alle Möglichkeiten der natürlichen Düngung genutzt werden. Bei mir kommt der Kompost vorzugsweise in die Schwarzwurzel-, Möhren- [Möhren + Steckzwiebeln] und Kartoffelbeete. Dort wird er tief eingegraben. Auf den Beeten werden dann im Spätsommer Erdbeeren gepflanzt, auf die Fläche der Schwarzwurzel sät man im zeitigen Frühjahr Radieschen, Salat und Mangold –  [Letztere werden bei mir mit Blaukorn gedüngt].

Die Erdbeerbeete [und Himbeeren] bekommen im zeitigen Frühjahr auch noch mal Komposterde ab – aber mehr oberflächlich, zusätzlich auch etwas Blaukorn. Auf den zeitig abgeernteten Erdbeerbeeten kann noch mal Feldsalat gesät werden oder man zieht hier bis zum nächsten Frühjahr Stiefmütterchen heran. Wer viel Komposterde verwendet, der hat auch viel Unkraut in den Beeten. Die einfachste Unkrautbekämpfung ist das öfters Durchhäckeln der Beete. Besonders die Erdbeerbeete sollten vor der reife der Erdebeeren öfters gehäkelt werden. Nützliche Nebeneffekte sind die gute Durchlüftung des Boden und: wer viel häkelt, der muss weniger gießen, weil die aufgelockerte Bodenschicht wie eine Mulch-Schicht wirkt und vor Verdunstung schützt. Auf den ehemaligen Erdbeerbeeten werden im kommenden Jahr Bohnen und Tomaten gezogen – die müssen dann ohne Komposterde auskommen, bzw. die Tomaten bekommen etwas Mehrschweinchen-Mist ab – das sprichwörtliche Kleinvieh trägt also auch etwas zur Gemüseernte bei 😉
Dann geht in der Fruchtfolge alles von vorn los – und durch die supertiefe Bodenbearbeitung für die Schwarzwurzeln und Möhren bekommt mein Garten Stück für Stück eine Tiefenbearbeitung, die ich sonst nie auf ein Mal bewältigen würde.

Der Ziergarten

Blumenkästen werden mit der Sommerpflanzung bepflanzt – alte Erde muss nicht gleich entsorgt werden, probiere doch mal Balkon-Kartoffeln in einem alten Eimer zu ziehen :-) – einfach 2 -3 Kartoffeln [3cm groß] in einen 1/2 mit Erde gefüllten Eimer legen und später etwas Erde nachfüllen. Ende Juli, Anfang August hast du dann ohne viel Aufwand zwei ordentliche Mahlzeiten Frühkartoffeln. Bevor du alle Stiefmütterchen aussäst, kannst du die Samenkapseln ernten. Wenn du vor hast Mitte Juli Steifmütterchen zu säen, dann ist ganz frischer Samen der Beste. Staudenbeet: die Helenium-Hybriden [Sonnenbraut] werden noch mal zurückgeschnitten, wenn sie etwa 20 cm hoch sind – dann wachsen sie buschiger [muss aber nicht sein] Rasen mähen und bei Trockenheit gießen – wer keinen Wert auf einen 1a-Rasen legt, der lässt das Rasensprengen weg – es kann dann aber sein, dass sich dann pflanzen im Rasen [wie etwa Klee] breit machen, die mit der Trockenheit besser zurecht kommen als die Rasengräser. Übers Jahr kann der Rasen 3 bis 5x gedüngt werden – optimal ist Rasendünger. Günstig ist das Düngen vor einer Regenperiode, sodass der Dünger schnell mit dem Boden Kontakt bekommt. Siehe Video: Schnitt der Pfirsichbäume jetzt im Mai

Gartenkalender Mai – Kurznotizen

Obstgarten

Bei Bedarf Obstbäume und Beerenobststräucher gießen und jauchen [angesetzte Mist-Jauche, Biodünger]. Formbäume und Weinstöcke pinzieren. Schädlinge bekämpfen. Wasserschosser und Wurzelschosser, sowie Wurzelausläufer [Süßkirschen] an den Obstbäumen stets entfernen.

Gemüsegarten

Hauptarbeiten sind Jäten, Hacken und Gießen. Gesät werden kann noch [späte Sorten] -> Kohlrabi, Kohlrüben, Radieschen, Buschbohnen, Endivien, Sommerrettich, Winterrettich [Ende Mai], Rosenkohl und Grünkohl. Frühkohlsorten des Rotkohl oder Grünkohl. Zwiebeln sollten regelmäßig gedüngt werden.

Geht noch zu pflanzen: alle Kohlarten, Kohlrabi, Kopfsalat, Porree usw. Ständig nachgesät wird: Gartenkresse, Kerbel, Portulak* und Senf [wie Kresse verwenden] Spargel wird bis 24. Juni gestochen. Gemüsepflanzungen erhalten einen Kopfdünger, Volldünger.

Frühbeet

Leere Frühbeete mit Salat oder Kohlrabi bepflanzen. Radieschen können gesät werden. Gurken reichlich lüften. Gießen.

* Die jungen Blätter des Portulak können als Gemüse geschmort werden.