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Den Kleingarten pflegeleicht angelegen ...
Über Jahre war der Kleingarten oder der Nutzgarten am Haus etwas verpönt ... der Kleingärtner überhaupt. Dreckige Hände von der Gartenarbeit waren einfach out. Das Gemüse gab es billig im Supermarkt und im Garten hat man lieber gegrillt - sich selber in der Sonne - und die Bratwürste mit Freunden. Ich will an letzterem nichts ändern. Der Garten ist neben dem Sandstrand wohl die einzige Ruhe-Oase, wo Faulsein von der Gesellschaft akzeptiert wird. Aber warum nicht das Eine tun und das Andere lassen!? Es lohnt wieder - rein um Geld zu sparen - Obst und Gemüse im Garten selber anzubauen. Wem der Ziergarten lieber ist oder wer nicht so gern seine Freizeit mit Gartenarbeit, dem empfehle ich die Alternative:
Lege dir doch einen zierenden Nutzgarten an,
der nicht viel Arbeit macht. Einen Gemüsegarten für Faule ... mal im positiven Sinn gestehen ... Ich mache es ja auch so. Ich beginne etwa erst spät im Frühjahr mit den Gartenarbeiten, dann wenn es schön warm ist, also im April. Ich konzentriere mich auf wenige Kulturen: Kartoffeln, Bohnen, Radieschen, Erdbeeren, Mangold und Schwarzwurzeln. Dazu habe ich ein paar Beerensträucher, wie Johannisbeeren, Himbeeren und Brombeeren und etwas Obst. In der Hauptsche Äpfel, Pflaumen und Kirschen. Im Garten stehen auch viele Küchenkräuter und Pfefferminze, die sind fast alle mehrjährig und machen nicht viel Arbeit. Den Komposthaufen lasse ich im Sommer mit Kürbissen und Zucchini einwachsen, so ist dort kaum Unkraut und von August bis Dezember habe ich Zucchini und Speisekürbisse - natürlich mit vielen schmackhaften Rezepten, etwa für Kürbissuppe :-) Im Spätsommer werden die letzten Bohnen geerntet und noch die neuen Erdbeeren gepflanzt und dann war es das. Im zeitigsten Herbst wird der Garten dann in Ordnung gebracht und umgegraben -> nämlich dann wenn auch hier noch schöne warme Tage sind, denn bei Nieselregen und Kälte krieche ich nicht gern im Garten herum ;-)
Kürbisse sind ein sehr ergiebiges Gemüse
und sie sind quasi ein Abfallprodukt des Gartens: sie wachen auf dem Komposthaufen. Wer ein gutes Kürbissuppenrezept hat, der freut sich schon auf die Zeit im Herbst - es ist Kürbissuppenzeit :-) Heute sind die meisten Speisekürbisse gleichzeitig wunderschöne Deko-Objekte. Im Freien, etwa auf dem Balkon, dürfen sie aber keinen Frost abbekommen. In der Wohnung können sie im kühlen Flur gut 2 Monate liegen. Im kühlen Keller halten sie sich bis Weihnachten und manche Sorten [Spagettikürbis] mindestens bis Silvester. Ich will damit auch sagen: es lohnt wieder im Garten oder Kleingarten Obst und Gemüse anzubauen. Die Lebensmittelpreise steigen und wer ein wenig Klever ist, der macht es wie unsere Großeltern, die selbst in schlechtesten Zeiten immer einen gut gedeckten Tisch hatten. Wer damals einen mittelgroßen Garten hatte, der konnte sich über den ganzen Sommer hin Selbstversorgen. Und: wer einen Garten hat oder auch nur eine Kleingartenparzelle, der hat immer was zu tun. Bei Arbeitslosigkeit und Harz 4 zuhause im Unterhemd vor dem Fernseher oder Computer hocken, das gab es zu Großmutterszeiten nicht. Klar - es gab früher keine Computer. Aber wer keine Arbeit hatte, der hatte im Haus oder Garten zu tun oder er ging auf die Straße demonstrieren. Die letzten Aktionen dieser Art - ich versuche mich zu erinnern - waren wohl Proteste und Lohnforderungen der öffentlich Bediensteten so um 1990 oder 1991. Seither ist Vereinzelung angesagt und Schweigen im Walde. Mir geht es nicht darum hier zum Volksaufstand aufzurufen ;-) Ich meine damit etwas anderes. Heute kommt zu Arbeitslosigkeit und Langzeitarbeitslosigkeit noch die Vereinsamung hinzu. Ein Weg, dem zu entgehen wäre der gute alte Scherbergarten. Der Gedanke, selber etwas gegen seine Not zu tun und gleichzeitig mit anderen Menschen zusammen zu sein. Für den Einzelnen mag da der Feurwehrverein eine gut Möglichkeit sein. Für die Familie ist es der Schrebergarten ... immer noch.
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