Höhe des Kindergeldes [Irrtümer möglich]

1. Kind 2. Kind 3. Kind 4. Kind 5. Kind 6. Kind usw.
2008 154 Euro 154 Euro 154 Euro 179 Euro 179 Euro 179 Euro usw.
2009 164 Euro 164 Euro 170 Euro 195 Euro 195 Euro 195 Euro usw.
2010/11 184 Euro 184 Euro 190 Euro 215 Euro 215 Euro 215 Euro usw.

Übrigens: Ab 2009 gab es in Deutschland mehr Wohngeld. Prüfe unbedingt öfters, ob du wohngeldberechtigt bist. Gerade bei kinderreichen Familien gibt es die Förderung auch dann, wenn das Familieneinkommen relativ hoch ist! Auch beim Eigenheim gibt es Ansprüche auf Wohngeld! Also: Fragen kostet nichts!

„Schüler und Studenten erhalten Wohngeld nur, wenn ihnen „dem Grunde nach“ kein BAföG zusteht. Dies ist u. a. bei zu langer Studiendauer der Fall, nicht aber bei zu hohem eigenem Einkommen (Bsp. Berufsakademie) oder zu hohem Einkommen der Eltern. Ein negativer BAföG-Bescheid ist also nicht ausreichend, um das BAföG-Kriterium zu klären. Gleiches gilt für Auszubildende, die „dem Grunde nach“-Anspruch auf Leistungen nach § 59 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch (Berufsausbildungsbeihilfe – BAB) haben.

Ausnahme: Schüler, Studenten und Auszubildende, die Mieter sind und mit weiteren Familienangehörigen (bsp. eigenem Kind oder Geschwistern, die dem Grunde nach keinen Anspruch auf Ausbildungsförderung haben) zusammen wohnen und wirtschaften, sind wohngeldberechtigt.“ Quelle: wikipedia 12/08

Kindergelderhöhung 2010

Kindergeld - Thema bei Maybrit Illner - ZDF Sendung am 29. Oktober 2009

Vermutlich soll nun das Kindergeld ab 2010 von jetzt 164 Euro pro Monat auf 184 Euro für das erste und zweite Kind steigen. Ab dem dritten Kind klettert der Betrag entsprechend auf 190 Euro, ab dem vierten Kind gibt es dann monatlich 215 Euro. Besser verdienende Eltern erhalten einen höheren steuerlichen Freibetrag, den sie pro Jahr und Kind geltend machen können. Dieser steigt von jetzt 6024 Euro auf dann 7008 Euro. Ist ja gar nicht so schlecht. Betrüblich aber, wie in den Medien darüber spricht. Am 29. Oktober 2009 gab’s etwa eine Maybrit ILLNER-Sendung auf ZDF mit den Gästen und Publizisten: Ulrich Wickert, Helmut Markwort, Michael Spreng sowie Heather De Lisle und Hajo Schumache mit dem Thema: „Was bleibt von den Wahlversprechen übrig?“

Meine Notiz zur Sendung, die Worte von Hajo Schumacher zu den 20 Euro Kindergeld … in etwa so: “bei sozial schwachen Familien wird das Geld sofort in einen Lottosystemschein investiert“ …dazu Beifall aus dem Publikum. Weit ist es mit Deutschland gekommen, dass ärmere Familien als asozial dargestellt werden. Und dass dieses zum Meinungsbild einer größeren Mehrheit gehört. Das ist absolut beschämend. Positiv: es hat [erst] der Focus-Chefredakteur Helmut Markwort dem entschieden widersprochen.

Kommentar: Kindergelderhöhung?

Quelle, Der Spiegel 32/2008,  4. August 2008: “… Als familienpolitischer Sprecher der CDU/CSU- Bundestagsfraktion setzt sich der vielfache Vater [Johannes Singhammer] seit Jahren für Kinderreiche ein.

Sein jüngster Vorstoß sieht ein Prämienmodell vor: Mit steigender Kinderzahl soll die Höhe des Kindergeldes wachsen. … 154 Euro im Monat zahlt der Staat derzeit ab dem ersten Kind, ab dem vierten gibt es 179 Euro.

Während die SPD das Kindergeld ab 2009 nur um voraussichtlich 10 Euro für alle erhöhen will, fordert Singhammer einen Aufschlag von 20 Euro für das dritte und 50 Euro ab dem vierten Kind.

Viele Großfamilien sind arm, dies sei eines der Argumente, die für eine solche Regelung sprechen, sagt Singhammer … Tatsächlich steigt das Armutsrisiko ab dem dritten Kind. Das Problem ist nur: Gegen die bereits bestehende Armut hilft die gewünschte Kindergelderhöhung kaum …“

Kindergeld - ein Presseartikel vom Spiegel 32/2008Weiter wird im Zeitungsbericht darüber nachgedacht, ob die Erhöhung des Kindergeldes die Deutschen zur Zeugung von mehr Kindern [1,4 pro Frau], als bisher anregt. Man kommt zum Ergebnis, das dieses wohl nicht der Fall sein wird. “Würde man das Kindergeld um Zehn Prozent der Kinderkosten aufstocken, so die Rechnung, stiege die Geburtenziffer in Deutschland um 0,03 Kinder pro Frau.“ [nebenbei bemerkt, mit 1,4 Kindern pro Frau sterben wir Deutsche aus]. Der Zeitungsartikel spiegelt wohl recht genau das Denken in unserem Lande wieder. Ich meine nur, bei der ganzen Rechnerei wird von einer Tatsache abgelenkt. Familien sind in Deutschland extrem benachteiligt. Familien werden von der Gesellschaft ausgebeutet. Dort muss zuerst Gerechtigkeit hergestellt werden. Nachher kann man darüber nachdenken, wie unser Land kinderfreundlicher wird und wie dann sicher auch mehr Kinder geboren werden. Beim Kindergeld geht es doch um um diejenigen, die schon Kinder zu versorgen haben und nicht um eine Zeugungsprämie.

Ich behauptete eben, dass unsere Familien und besonders kinderreiche von Staat und Gesellschaft schlimm benachteiligt werden. Auch wenn das Bundesverfassungsgericht dies verurteilt hat. Es hält sich niemand dran. Ich will das mal ein einem Beispiel verdeutlichen. Man könnte landläufig denken, das Kindergeld sei eine Zuwendung vom Staat. Aber das ist eben nur ein Teil des Geldes, was der Fiskus zuvor den Familien entzogen hat. Nehmen wir allein nur die Mehrwertsteuer her:

Eine größere Familie mag im Monat 3000 Euro für Lebensmittel, Auto, Kleidung, Telefon, Freizeit, Kinder-Sportclub, Urlaub, Schulveranstaltungen, Schulgeld, Ausbildungskosten usw. ausgeben. Dann zahlt sie mit diesen Kosten etwa 480 Euro Mehrwertsteuer monatlich an den Staat. Wir gehen davon aus, das wegen fehlendem günstigen Wohnraum, vor einem Jahr ein Eigenheim gebaut wurde: Kosten [ohne Grunderwerbssteuer] 220.000 Euro. Dann hat sie mit einem Schlag im letzten Jahr 35126,05 Euro Mehrwert-Steuern für die Allgemeinheit investiert. Weil unsere Beispielfamilie aber das Haus finanzieren musste, hat sie dementsprechend auch einen Kredit für den Teil der Mehrwertsteuer aufnehmen müssen.

Bei 35.000 Euro wäre das bei einem derzeitigen Darlehenszins von 5,25% und 2% Tilgungsrate eine monatliche Belastung von 210 Euro! Und das zahlt der Familienvorstand gut 25 Jahre, also mindestens 63.000 Euro an die Bank, eben wegen des väterlich sorgenden Staates.

Also: allein die steuerliche Belastung durch Mehrwertsteuer schlägt bei einer größeren Familie mit 690 Euro zu Buche. Aber da gibt es ja noch Mineralölsteuern, wenn ein Elternteil gezwungen ist, mit dam Auto auf die Arbeit zu fahren. Und wer ein mittleres Einkommen hat, der zahlt ja auch noch Lohnsteuer oder Einkommensteuer, das mögen gut 200 Euro im Monat sein.

Nicht zu vergessen: dabei hat ja der Staat schon die 35.126,05 Euro Mehrwertsteuer von dem Eigenheim kassiert. Das ist schon mal das Kindergeld des Staates für drei Kinder für über 6 Jahre. Doch die Familie zahlt, weil sie diese Staatsabgabe über ein Bank finanzieren musste, monatlich 210 Euro dafür. Das ist absolut irre! Die CDU [Klaus Töpfer] hatte aus diesem Grunde mal die Eigenheimzulage erfunden. Die große Koalition hat sie wieder abgeschafft.

Ist das Auto der Familie auf Kredit gekauft, sagen wir mit einer Monatsrate von 300 Euro, so sind da auch 57 Euro Mehrwertsteuer drinnen enthalten, wenn ich das mal so pauschal mit 19% berechnen darf. Dann hat der Fiskus von einer Durchschnittsfamilie mit 3 Kindern [mit derzeit 462 Euro Kindergeld] von deren Monatseinkommen 537 Euro monatlich Reingewinn. Steuerabgaben oben: 480 + 57 + 426 [für 6 Jahre] = 963. Abzüglich des ausgezahlten Kindergeldes = 537 Euro! Rechnen wir mal die Einkommensteuer und die Mineralölsteuer hinzu, dann sind es 737 Euro, die der Staat monatlich von einer fünfköpfigen Familie kassiert … natürlich Rein-Gewinn. [nach dieser Rechnung über 6 Jahre] Familien in Deutschland sind also immer die Verlierer.

Tipp: Bafög für Studenten

Bafög für StudierendeWer studieren möchte und nicht gerade sehr gut verdienende Eltern hat, der hat es heute in Deutschland schwer. Für manche ist es aus Geldgründen gar unmöglich zu studieren. Das ist die bittere Wahrheit ihr Damen und Herren Politiker! Da wird zwar drüber nachgesonnen, ob man „Studenten“ oder „Studierende“ sagen muss, aber das sind sicher nicht die wirklichen Probleme in unserm Land, die es anzupacken gilt. Die wirkliche Not ist die fehlende Chancengleichheit. Aber lassen wir das. – Der Student braucht Geld für den Lebensunterhalt, er hat Fahrtkosten zu bestreiten, er braucht eine WG und braucht oft Geld für eine Mietkaution, für Studiengebühren und für allgemeine Verwaltungsgebühren des Studiums. Studenten brauchen Geld für Arbeitsmittel, eventuell Geld für Exkursionen oder besondere Studienkurse. Am besten informieren sicher die Studentenwerke über Möglichkeiten, die genutzt werden können. Das ist Bafög, es gibt Studienkredite oder auch Stipendien.

Das Bafög-Geld wird übrigens nach dem Einkommen der Eltern berechnet und zwar nach dem, was diese vor zwei Jahren erzielten. Selbständige und Freiberufler, die nicht viel Steuern zahlen, können vorausschauend durch verschiedene Steuersparmöglichkeiten ihr Einkommen senken [z.B. Ansparabschreibung, Leibrentenbeiträge, Sonderabschreibungen, Anschaffungen] und damit unter Umständen die Höhe des Bafög der Kinder in den kommenden Jahren günstig beeinflussen. Es lohnt sich also die aktuellen Steuersparmöglichkeiten zu checken!